Kolorektales Karzinom

Die Peritonealkarzinose eines kolorektalen Karzinoms stellt die häufigste Indikation zur Durchführung der CRS & HIPEC dar.

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Durch den Einsatz moderner oxaliplatin- oder irinotecanbasierter Chemotherapieschemata mit Einsatz von monoklonalen Antikörpern (Bevacizumab, Cetuximab) konnte die mediane Überlebenszeit nach der Diagnosestellung im Vergleich zur bisherigen 5-FU-basierten Therapie von 9 auf 24 Monate gesteigert werden.{Jayne, 2002;Zani, 2012}

Unter Studienbedingungen erreicht die Kombination aus CRS & HIPEC eine 5-Jahres Überlebensrate von bis zu 50%. Dabei beträgt die operationsbedingte Mortalität bis zu 12% bei insgesamt erheblicher Morbidität.{Elias, 2009;Yan, 2006}

Etwa 13% aller Patienten mit einem kolorektalen Karzinom entwickeln syn- oder metachron peritoneale Metastasen. Allerdings besteht nur bei 3% der Patienten eine Peritonealkarzinose ohne irresektable Fernmetastasen. Bei einer aktuellen Neuerkrankungsrate von ~70.000 /Jahr in Deutschland (Zahlen des Robert-Koch-Instituts) könnten somit jährlich etwa 2100 Patienten mit kolorektalem Karzinom in Deutschland von einer CRS & HIPEC profitieren.{Jayne, 2002}

In der von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) getragenen COMBATAC-Studie wurde eine Kombination aus neoadjuvanter Chemotherapie mit anschließender CRS & HIPEC sowie folgender adjuvanter Therapie geprüft. Unsere Klinik hat sich auch an dieser Studie beteiligt.

Nach den Ergebnissen der PRODIGE 7 Studie wurde durch die CRS beim peritoneal metastasierten Kolonkarzinom eine 40% Verbesserung des Gesamtüberlebens erreicht werden. Die durchgeführte HIPEC mit Oxaliplatin allein für 30 Minuten konnte keine weitere Verbesserung zeigen.

Vor einer geplanten CRS und HIPEC, insbesondere bei Patienten mit sekundären peritonealen Metastasen, sollte sowohl präoperativ als auch postoperativ eine Systemtherapie erwogen werden.