Informationen über CRS & HIPEC

Die folgende Übersicht soll Ihnen grundlegende Informationen zur Behandlung der Peritonealkarzinose durch CRS&HIPEC vermitteln. Einen genaueren Überblick über den Behandlungsablauf erhalten Sie hier.

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Was ist eine Peritonealkarzinose?

Die Innenseite des Bauchraumes und mit ihm die Organe der Bauchhöhle (z.B. Darm, Magen, Gebärmutter) sind mit dem so genannten Bauchfell überzogen. Diese äußerst dünne Gewebeschicht stellt eine Barriere für die Ausbreitung bösartiger Tumorzellen dar. Wird das Bauchfell mit Tumorzellen befallen, spricht man von einer Peritonealkarzinose.

Leider sprechen die Tumorzellen im Bauchfell oft nur schlecht oder gar nicht auf eine herkömmliche Chemotherapie an.

Was ist CRS & HIPEC?

Speziell für die Behandlung der Peritonealkarzinose wurde seit 1980 eine spezifische Therapie entwickelt. Diese umfasst eine Kombination aus einer möglichst vollständigen operativen Tumorentfernung (cytoreductive surgery – CRS) und einer direkt anschließenden Spülung des Bauchraumes mit Chemotherapielösung (HIPEC).

Die operative Tumorentfernung beinhaltet die Entfernung möglichst aller sicht- und erreichbarer bösartigen Zellen. Häufig lassen sich die Tumorzellen nicht von den Organen des Bauchraumes ablösen. Dann muss unter Umständen dieser tumortragende Organabschnitt ebenfalls entfernt werden. Nur so kann eine weitgehende Tumorfreiheit und damit die Voraussetzung für die anschließende HIPEC geschaffen werden. Wie ausgedehnt der operative Eingriff sein muss und ob eine Organentfernung (z.B. Teile des Darms oder des Magens) notwendig ist, muss für jeden Patienten individuell entschieden werden.

Im Anschluss an die operative Tumorentfernung folgt die so genannte hypertherme intraoperative intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC). Sie hat das Ziel verbliebene Tumorzellen im Bauchraum zu bekämpfen und so ein erneutes Tumorwachstum zu verhindern. Da die Chemotherapielösung direkt in die Bauchhöhle gegeben wird und die Medikamente nur zu einem geringen Teil in die Blutbahn übertreten, sind sehr hohe Wirkstoffspiegel möglich. Gleichzeitig treten Nebenwirkungen einer herkömmlichen Chemotherapie meist nur deutlich abgeschwächt auf.

Möglichkeiten der CRS & HIPEC

Die Peritonealkarzinose stellt ein fortgeschrittenes Tumorstadium dar. Konventionelle Behandlungen, wie die alleinige systemische (meist über eine Vene in das Blutgefäßsystem gegebene) Chemotherapie haben in der Regel nur einen geringen Einfluss auf die Tumorabsiedlungen im Bauchfell. Auch durch die CRS & HIPEC kann in den meisten Fällen diese Krebserkrankung nicht dauerhaft geheilt werden. Allerdings bietet diese Therapiekombination im Einzelfall eine Chance der Verzögerung des Fortschreitens der Erkrankung und Linderung von tumorbedingten Beschwerden. Bei einzelnen Patienten mit einer nur geringen Ausdehnung der Peritonealkarzinose und günstiger Tumorart ist andererseits bereits von einer Heilung (tumorfreies Überleben länger als 5 Jahre) berichtet worden.

Für wen stellt die CRS & HIPEC eine Therapieoption dar?

Prinzipiell muss für jeden Patienten, der an einer Peritonealkarzinose leidet, einzeln entschieden werden, ob eine CRS & HIPEC für ihn sinnvoll möglich ist. Dabei gilt zu beachten:

  • Einige Tumorarten sprechen besser als andere auf die HIPEC an. So reagiert z.B. die Peritonealkarzinose eines bösartigen Tumors des Magens oder des Dickdarms deutlich besser auf die Behandlung als Tumoren des Gebärmutterhalses.
  • Die Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn sämtliche Tumormanifestationen operativ entfernt werden können. Das bedeutet gleichzeitig dass eine weit fortgeschrittene Peritonealkarzinose meist schlechter auf die Behandlung anspricht.
  • Tumorabsiedlungen außerhalb des Bauchraumes werden von dieser Behandlung nicht erreicht. Damit kommt für Patienten mit solchen Fernmetastasen die CRS & HIPEC in der Regel nicht in Betracht.
  • In Ausnahmefällen kann eine HIPEC auch ohne operative Tumorreduktion zur unterstützenden Behandlung bei ausgeprägter Bauchwasserbildung (Ascites) sinnvoll sein.

Wann ist die CRS& HIPEC nicht geeignet?

  • Generell sollte die CRS & HIPEC nur durchgeführt werden, wenn der zu erwartende Nutzen –d.h. Beschwerdebesserung, Verlängerung der Lebenszeit- deutlich höher als die mit der Therapie verbundenen Einschränkungen und Komplikationen eingeschätzt wird.
  • Für Tumorerkrankungen, bei denen neben der Peritonealkarzinose weitere Tumorabsiedlungen (Metastasen) auch außerhalb des Bauchraumes vorliegen, sollten andere Behandlungsmöglichkeiten vorgezogen werden Einen Sonderfall stellen Metastasen in der Leber dar. Hier sollte im Einzellfall eine mögliche operative Entfernung und anschließende HIPEC in Betracht gezogen werden.
  • Ausgedehnte Tumormassen der Peritonealkarzinose stellen eine Herausforderung an den operativen Behandlungsteil dar. Erscheint eine vollständige Tumorentfernung nicht möglich zu sein, bringt die Durchführung der HIPEC in aller Regel keinen Vorteil für den Patienten.
  • Einige Tumorarten wie zum Beispiel das Pankreaskarzinom können zumindest bisher nicht sinnvoll mit einer CRS & HIPEC behandelt werden.
  • Zudem muss natürlich im Einzelfall entschieden werden, ob zusätzlich bestehende Erkrankungen (z.B. Einschränkungen der Herz- oder Lungenfunktion) das Risiko der Behandlung beeinflussen.